Interview „Stein auf Stein zurück in die Renaissance“

Ein spannendes Interview zum Thema „Rekonstruktion des Nürnberger Pellerhauses“ haben unsere Steinmetze Roland Meier und Harald Pollmann dem Magazin „NM fair.mag“ gegeben:

Herr Meier, Herr Pollmann, wie häufig bekommt man als Steinmetz ein Projekt wie die Rekonstruktion dieses historischen Arkadenhofes in die Finger?

Pollmann: Vermutlich einmal im Leben. Wenn man Glück hat. Dieses Projekt ist wirklich einmalig.

Meier: Auch wenn wir schon einiges in Sachen Restaurierung gemacht haben, etwa bei der Nürnberger Kaiserburg oder der Cadolzburg mit ihren aufwändigen Rippenbögen – der Pellerhof ist vom Umfang und von der Vielfalt der Ornamente etwas ganz besonderes.

Herr Pollmann, Sie sind 2005 einfach mal in Vorleistung gegangen und haben der Stadt symbolisch vier Steine für eine Balustrade geschenkt. Das hat die Rekonstruktion ins Rollen gebracht. Wie ging es bis heute weiter?

Pollmann: Zunächst war es ab 2008 unsere Aufgabe, den Bestand zu sichern. Die Bögen im Erdgeschoss und die Arkaden im ersten Stock standen noch. Richtig los ging es dann mit dem Brunnen im Erdgeschoss und den Treppen. Der nächste Bauabschnitt betraf den zweiten Stock. Hier standen nur noch die äußeren Arkaden-Bögen. Den dritten Bauabschnitt konnten wir 2016 fertigstellen – wir haben den kompletten zweiten Stock des Innenhofs neu aufgebaut. Als nächster und letzter Bauabschnitt steht der Giebel der Nordfassade an. Dafür mache ich derzeit die zeichnerische Rekonstruktion im Maßstab 1:1.

Meier: Weil sich der Wiederaufbau rein aus Spenden finanziert, tasten wir uns abschnittsweise vor.

Welchen Stein nutzen Sie?

Meier: Wir verwenden Quarzit-Sandstein aus dem Worzeldorfer Bruch hier in Nürnberg. Es ist der selbe Stein, der bei der Restaurierung des Pellerhauses in den 1930er Jahren Verwendung fand. So entsteht zwischen Alt und Neu ein homogener, natürlicher Eindruck.

Pollmann: Das tolle für mich als Steinmetz ist: wir machen beim Pellerhof den ganzen Prozess vom Abbau des rohen Steins in unserem eigenen Steinbruch, über die Planungsskizzen bis hin zu filigranen Detailarbeiten und dem Setzen des Steins. Das zeigt, was für ein unglaublich vielseitiger Beruf das ist!

„Das Interview erschien zuerst im NM fair.mag, dem Online-Magazin der NürnbergMesse“

Lesen Sie hier das komplette Interview auf www.nuernbergmesse.de

Ihr Kontakt zu GS SCHENK

GS SCHENK GmbH

Siegelsdorfer Straße 55
90768 Fürth

0911 37275-0