Bei der Restaurierung des Pellerhauses lebte ein alter Steinmetz-Brauch wieder auf

Beim Pellerhaus wurde eine alte Handwerkertradition wiederbelebt. Die Steinmetze, die für die Rekonstruktion des Hofes zuständig sind, begruben nach altem Brauche einen fehlerhaft bearbeiteten Stein, einen sogenannten Bernhard.

„Wir haben uns damals gegen viel Widerstand durchgesetzt. Es galt: Wir gegen alle“, berichtet Karl-Heinz Enderle, Vorsitzender der Altstadtfreunde Nürnberg. Vor acht Jahren erhielt der Verein die Genehmigung, das alte Pellerhaus und den Hof zu restaurieren. Beschlossen wurde aber auch, dass die Stadt dies nicht finanziell unterstützen würde. „An dieses Versprechen haben sie sich bis heute gehalten“, scherzte Enderle. Finanziert werde die Aktion allein durch Spenden. Trotz aller Kritik bleibt er bei seinem Beschluss und zitiert die Worte des Architekturhistorikers Wilfred Nerdinger: „Eine Rekonstruktion ist keine Lüge.“ Den Löwenanteil der Arbeit verrichtet die Natursteinabteilung des Fürther Unternehmens GS Schenk, in dem 14 Steinmetze arbeiten. Das Baumaterial kommt aus dem Worzeldorfer Steinbruch. Seit 2009 wird schon am Pellerhaus gewerkelt, in etwa einen Jahr sollen die Sandsteinarbeiten fertig werden.