Das Fürther Unternehmen GS SCHENK, das mit 14 Mitarbeitern in der Abteilung Naturstein einer der größten Steinmetzbetriebe in Mittelfranken ist, ließ am 14. Juli im Pellerhaus eine fast vergessene Tradition des Steinmetzhandwerks aufleben. Im Rahmen eines historischen Schauspiels mit den Steinmetzen von GS Schenk wurde ein »verhauener« Stein auf »Bernhards letzte Reise« geschickt.

Begrüßt wurden die Gäste durch Jobst Dentler, GS-Geschäftsführer, Prof. Dr. Elmar Forster, Hauptgeschäftsführer der HWK, und Karl- Heinz Enderle, Vorsitzender der Altstadtfreunde Nürnberg.

Mehr zu der wiedererweckten Steinmetztradition
Seit dem Mittelalter gehörte es zu den Sitten des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks, einen »verhauenen« Stein zunftmäßig zu beerdigen. Woher die Redewendung »Bernhards letzte Reise« kommt? Ursprung ist die steinerne Figur des Heiligen Bernhard von Clairvaux, die um das Jahr 1190 angefertigt werden sollte. Durch ein Missgeschick bei der Ausarbeitung wurde die Figur zerschlagen. Daraufhin wurde das Werkstück feierlich beerdigt. Dieses Beerdigungsritual oder »Bernhards letzte Reise« wurde seit der frühen Gotik zelebriert. Ein »verhauener« Stein – auch »Bernhard« genannt – sorgte stets für den Spott der Zunftkollegen. So musste der unglückliche Steinmetz vor der Beisetzung von »Bernhard« einen Leichentrunk spendieren.

»Bernhard« im Nürnberger Pellerhof
»Wo gehobelt wird, fallen Späne,« so kommentiert Dentler den »Bernhard« im Nürnberger Pellerhof. Auch wenn meisterhaft per Hand gearbeitet wird, kann mal ein Kunstfehler passieren. Den »Bernhard« jedenfalls nahm der Steinmetzbetrieb zum Anlass, an die Zunfttradition anzuknüpfen. Für das Projekt Pellerhof ist der Nürnberger Burgsandstein aus dem GS eigenen Steinbruch in Worzeldorf gefragt, »Stein für Stein wird individuell per Hand gestaltet«, betont Dentler.

Altstadtfreunde setzen auf Handarbeit
Seit 2008 treiben die Altstadtfreunde Nürnberg mit der Unterstützung einer Vielzahl großer und kleiner Spender die Rekonstruktion des Pellerhofs voran. Dieses Renaissance-Meisterwerk der europäischen Baukunst benötigt fachkundige Steinmetze, um einen originalgetreuen Zustand wiederherzustellen. »Ohne diese kunstvolle Handarbeit würde der Pellerhof nicht wieder zu dem, was er schon einmal war: Nürnbergs Beitrag zur Weltarchitektur«, hebt Vorsitzender Karl Heinz Enderle hervor.